Login

Zweitausend Jahre, wo Du gehst und stehst... (Karl Schramm)

römisches BühnentheaterTacitus, ca. 100:
"Mox occultis nuntiis pellexit Britannica auxilia, Batavorum cohortis missas in Germaniam, ut supra rettulimus, ac tum Mogontiaci agentis." (erste schriftliche Erwähnung für die Jahre 69/70)

Hieronymus, ca. 409:
"Mogontiacum, einst eine hochberühmte Stadt, wurde erobert und liegt zerstört, viele Tausende wurden in der Kirche hingeschlachtet…"

Ibrahim ibn Jaqub, 973:
"Mainz ist eine sehr große Stadt, von der ein Teil bewohnt und der Rest besät ist. Sie liegt im Frankenlande an einem Fluß, der Rin genannt wird, und ist reich an Weizen, Gerste, Dinkel, Weinbergen und Obst...  Seltsam ist auch, daß es dort Gewürze gibt, die nur im fernsten Morgenlande vorkommen, während sie (die Stadt Mainz) im fernsten Abendland liegt, z. B. Pfeffer, Ingwer, Gewürznelken, Spikanarde, Costus und Galgant; sie werden aus Indien importiert, wo sie in Menge vorkommen."

Schedelsche WeltchronikOtto von Freising, ca. 1156:
"Die genannte große und mächtige Stadt [Mainz] liegt am Rhein und ist auf der Seite, mit der sie ihn berührt, dicht bebaut und bevölkert, auf der anderen Seite aber leer, hat dort nur wenige Bewohner, hat lediglich die starke, mit nicht wenigen Türmen bewehrte Mauer, die sie umgibt. Die Stadt ist ungeheuer in die Länge gestreckt und nicht sehr breit. Diese Gestalt ist ihr von der Örtlichkeit aufgezwungen, denn auf der nach Gallien zu gelegenen Seite beengt sie eine mäßige Anhöhe, auf der anderen, nach Germanien schauenden Seite der Rhein. Daher ist sie in der Nähe des Rheines von feinen Gotteshäusern und weltlichen Bauwerken bedeckt und bietet sich nach dem Berge zu dem Weinbau und anderen Nutzungen an."

Inschrift vom ehemaligen Hochaltar des Mainzer Doms, 13. Jhdt.:
"Ich bin die goldne Stadt, Mainz mit Namen genannt, Lieblingstochter Romas, der würdigen Mutter der Welt, mit Volk erfüllt und köstlich und heiter gelegen, durch Flüsse, Quell und Luft ganz mit Gesundheit gesegnet; eine Leuchte und Zier bin ich dem Gottesdienste und bevölkert von frommen und gütigen Bürgern, die selten Fehde führen und stets des Friedens Freunde sind: das ist mein Ruhm vor allen Städten der Welt."

1572 Orbis Terrarum

Ulrich von Hutten, 1520:
"Ich nenne es das goldene Mainz, und wahrlich mit Recht. Denn ich meine, unter allen deutschen Städten deutscher Nation, die man wegen ihrer schönen Lage oder wegen ihrer gesunden Luft lobt, verdiene Mainz den ersten Preis. Nirgends habe ich bessere Luft gefunden, auch liegt die Stadt so über die Maßen lustig am Zusammenstoß zweier großer schiffbarer Flüsse. ... Ich nenn' es das goldene Mainz... Doch ist dieser Zuname weder neu noch etwa gar von mir erfunden, er ist vielmehr altberühmt, wie der des 'heiligen' Köln."

Johann Kaspar Riesbeck, 1783:
"Gerade vor den Augen hat man die Stadt Mayntz, die sich hier mit einer unbeschreiblichen Majestät darstellt. Die unzäligen Schiffe, welche die Rheden derselben bedeken, spiegeln sich, so wie die vielen und prächtigen Kirchentürme im Kristallwasser des Rheins... Die Reize des Anbliks verschwinden, wenn man in die Stadt selbst kömmt. Die Straßen sind finster, enge und auch nicht sehr reinlich."

Blick von den Rheinauen 1793

Jean Paul, 1817:
"In Mainz sieht man sehr schöne Mädchen; im Durchschnitt haben sie alle einen edlen Wuchs, reizende rote Wangen und sehr interessante Gesichtszüge."

Klemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich-Winneburg zu Beilstein, 1833:
"Mainz ist ein fürchterliches Jakobiner-Nest."

Blick von Kastel 1830Luftaufnahme 2010

Ölgemälde 1955Ernst Neger, 1952:
"Wenn ich mir so mei Meenz betracht,
Dann denk ich in meim Sinn,
Mer hats mit Meenz genau gemacht
Wie mit der Stadt Berlin.
Mer hats zerstört, hats zweigeteilt,
Und trotzdem hab ich Mut
Zu glaabe, dass des alles heilt,
Aach des werd wieder gut.
Meenz un Berlin, ihr seid so schee,
Ihr könnt, ihr derft nid unnergehn.
Heile, heile Gänsje..."

WochenmarktLars Reichow, 2003:
"Denkst gern an die Zukunft, doch fehlt Dir die Vision,
Blicke nach vorn und zwei zurück zur Tradition.
Du lebst katholisch, und Du neigst auch stark zur Sünde,
kannst gut Französisch, aber das hat seine Gründe.
Zeigst voller Stolz auf Altstadt und Schloss am Rhein,
lebst auf Deinen Plätzen mit Fleischwurst und mit Wein.
Du bist der Herr im Land der Rüben und Reben,
bist voller Wachstum, willst Dich zur Großstadt erheben.
Deine Häuser sind von Ernsten Negern überdacht,
Du bist schuld, Du hast den Kohl so fett gemacht."