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März 2018 Elsa (Christiane Mertins)

GONSENHEIM, DER GRÜNE VORORT
Eine interessante Führung

Rathaus Gonsenheim Fastnachtssonntag mal etwas anderes machen - z.B. an einer Führung durch Gonsenheim teilnehmen. "Gonsenheim, der grüne Vorort" nannte sich die Führung mit der Mainzer Stadtführerin Dr. Birgit Heuser-Hildebrandt am 11. Februar. Leider spielte das Wetter nicht so ganz mit, als sich die Teilnehmer um 15 Uhr am Juxplatz eingefunden hatten. Mit den Worten "Erfrischende Witterungsbegrüßung" hieß Frau Dr. Heuser-Hildebrandt alle herzlich willkommen im ehemals als "Luftkurort" und Ausflugsziel beliebten Gonsenheim. Sie ließ dann wissen, dass sie diesen Sonntag gewählt hatte, weil man da noch das fastnachtliche Flair von Gonsenheim, einer Fastnachtshochburg, mitbekommen könne.

Und so durfte ein Stopp vor der TGM-Halle in der Breiten Straße nicht fehlen. Man erfuhr etwas über die Turngemeinde, die sich 1861 gegründet hat und im Jahre 1909 die Turnhalle erbauen ließ, die in der 5. Jahreszeit auch Narrhalla genannt wird. Dort finden dann nämlich viele Fastnachtsveranstaltungen statt. 1998 stiftete der Verein "Schöneres Gonsenheim" die beiden Figuren vor dieser Halle, den Till und den Komiteter. Entworfen wurden sie vom bekannten Fastnachter Herbert Bonewitz. Die Breite Straße hieß übrigens früher Kaiserstraße.

Im 19. und 20. Jahrhundert veränderte sich das Bild der Gemeinde grundlegend. Die in der entstehenden Mainzer Industrie beschäftigten Arbeiter bauten Häuser in dem bisher landwirtschaftlich geprägten Ort, was man besonders im alten Ortskern gut sehen kann. Dort befindet sich auch das Rathaus, ein Renaissancebau aus dem Jahr 1615. Es wurde von Georg Friedrich Greiffenklau Vollrad, Dompropst und späterem Mainzer Kurfürst, erbaut. Heute ist dort die Ortsverwaltung ansässig.

Gleich dahinter ragt die katholische Pfarrkirche St. Stephan mit ihren beiden fast 60 Meter hohen Kirchtürmen hervor. Das erste Mal wurde sie urkundlich 1401 erwähnt. Bei mehreren Neu- und Umbauten, zuletzt 1906, erhielt die Kirche im neugotischen Stil ihre heutige imposante Form mit über 62 Metern Länge des Kirchenschiffs. Da sie somit die größte Landkirche in Rheinhessen war, wurde sie bald als "Rheinhessendom" bezeichnet. Um Kirche und Rathaus war noch alles fastnachtlich geschmückt, denn am Samstag hatten dort bei super Wetter die Rathauserstürmung und der Rekruten-Umzug stattgefunden.

Gegen 16.45 Uhr machte die Gruppe im Café Barbarossa Station, wo man sich aufwärmen konnte. Dort im Warmen erfuhr man anhand einer Karte noch einiges über Gonsenheimer Straßen, Häuser und Leute. Ein wirklich interessanter Nachmittag, der im Mai wiederholt werden soll. Viel Spaß dabei und vielleicht bei besserem Wetter!