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09.02.1018 Allgemeine Zeitung (Nicole Weisheit-Zenz)

DER GESCHICHTE GONSENHEIMS AUF DER SPUR

Frische Luft, Flair mit Markt und Geschäften, Fastnachtshochburg: Gründe, Gonsenheim zu mögen, gibt es eine Menge, findet auch Birgit Heuser-Hildebrandt, die dort zu Hause ist. In Zusammenarbeit mit den Mainzer Gästeführern bietet sie eine neue Führung und lädt zu einer Entdeckungsreise links und rechts der Breiten Straße ein. "Es soll ein Rundgang zum Kennenlernen des größten Mainzer Vorortes sein, bei dem wir auf Spurensuche gehen nach vielfältigen Facetten Gonsenheims", ist sie schon in Vorfreude auf den Rundgang, der sich auch der fünften Jahreszeit widmen wird.

Los geht es am Sonntag auf dem Juxplatz

Treffpunkt ist am Fastnachtssonntag, 11. Februar, um 15 Uhr auf dem Juxplatz (Haltestelle Kapellenstraße), sodass die Narren vorab den Zug der Finther Lebensfreude miterleben können.

Von 25000 Einwohnern hätte das einstige Bauerndorf am Gonsbach wohl nur träumen können, das im 6./7. Jahrhundert als fränkische Gründung seinen Anfang nahm. "Die Existenz als selbstständiges Dorf endete 1938 mit der Zwangseingemeindung nach Mainz", erklärt die Gästeführerin, die auch Ursprünge der Siedlung zeigen möchte. Zudem möchte sie Eindrücke vermitteln vom Villenviertel und den bürgerlichen Gegenden im 19. Jahrhundert. Seinerzeit siedelten Familien der Oberschicht mit ihrem gesamten Hausstand in die Sommerfrische über. Stattliche Villen sind nach wie vor beliebt bei Prominenten.

Alte Zeugnisse des alten Garnisonsstandorts

Durchstreift werden auch Teile des ehemaligen Arbeiterviertels; zudem zeugen Kasernen und Offizierssiedlungen vom einstigen Garnisonsstandort. Das Naturschutzgebiet Großer Sand diente als Truppenübungsplatz, und im Naherholungsgebiet Lennebergwald trainiert vermutlich halb Mainz. Quirlig geht es auch zu in der Breiten Straße mit ihren Cafés, Lokalen und Boutiquen. Im Herzen des Ortes haben auch Fastnachtsgrößen ihr Domizil: Schnorreswackler, Gonsenheimer Carneval-Verein (GCV), Gonsbachlerchen, Eiskalte Brüder.

Im Schatten des mächtigen, neugotischen Rheinhessen-Doms möchte sie wandeln und nach der katholischen Pfarrkirche St. Stephan die evangelische Kirche auf der Insel besuchen. Dort findet traditionell an diesem Tag das Konzert Orgel ganz frech statt, das um 18 Uhr beginnt.